


Ein Jockey ist ein Reiter beim Pferderennen. Zunächst muss eine dreijährige Ausbildung zum Pferdewirt mit Schwerpunkt Rennreiten bei einem Trainer erfolgreich absolviert werden. Dann müssen 50 Klasse-A-Rennen gewonnen werden, um sich „Jockey“ nennen zu dürfen.[1] Diese Bedingungen gelten für Deutschland, Österreich und die Schweiz.[2][3]
Es gibt keine Größenbeschränkungen, wichtig ist, das geforderte Gewicht von 55 kg oder weniger zu bringen. Amateurrennreiter sind in der Regel meist größer und schwerer, das Gewicht von 60 kg darf jedoch nicht überschritten werden, ebenso wie bei Hindernisjockeys. Viele ältere Rennreiter, die den Jockeyberuf nicht mehr ausüben oder das Gewicht nicht halten können, werden Trainer, Futter- und Stallmeister, Pferde-Agenten oder Experten im Fernsehen, wie es in England und Frankreich üblich ist.
Die erfolgreichsten Jockeys eines Jahres werden in Deutschland mit dem Jockey-Championat geehrt.
Wortursprung und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Wort Jockey ist ein Anglizismus und entstammt der Verkleinerungsform des schottischen Vornamens Jock (engl. Jack für Johann), der auch synonym für „Bursche, Reitbursche“ verwendet wird[4] und mindestens seit 1529 in Gebrauch ist. Die Geschichte der Jockeys als berufliche und um den Sieg kämpfende Rennreiter lässt sich auch auf England zurückführen. Die ersten Pferderennen fanden wahrscheinlich zu Zeiten Heinrichs II. (1154–1170) statt.[5] 1599 wird der Jockey bereits in Rennpferde-Kreisen erwähnt. Der Begriff Jockey für eine Person, die in Pferderennen reitet, ist etwa seit 1660 gebräuchlich.[6]
Jockeyschule
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Seit März 2003 besteht in Köln die einzige Jockeyschule Deutschlands,[7] die German Jockey School. Vorausgegangen waren Planungen des Zentralverbands des deutschen Galopprennsports und des Direktoriums für Vollblutzucht und Rennen (heute „Deutscher Galopp“) hinsichtlich der Möglichkeiten zur Förderung der Nachwuchsjockeys in Deutschland. An der Schule wird der Beruf Pferdewirt, Schwerpunkt Rennreiten unterrichtet, ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf. Während einer dreijährigen Ausbildungszeit erlernen die Auszubildenden in einem Rennstall das Reiten von Vollblütern zunächst im Training, später auch im Rennen. Die Schule liegt im Bereich der Galopprennbahn Köln-Weidenpesch.
Weibliche Jockeys
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Jahr 2017 waren nur 14 % der US-amerikanischen Jockeys weiblich. Sie bestritten nur 10 % der Starts. Bei den höchsten Klassen, den amerikanischen Triple-Crown-Rennen, stellen sie nur 2 % der Jockeys. Im britischen Rennsport entfielen zum selben Zeitpunkt 24 % der Jockey-Lizenzen auf Frauen. Im Jahr 2017 waren drei Viertel der Schüler der beiden wichtigsten Ausbildungsstätten für Pferderennen (die British Racing School und das Northern Racing College) weiblich.[8]
Eine der ersten sehr erfolgreichen weiblichen Jockeys war Wantha Davis, die über 1000 Rennen gewann.[9] 2021 gewann die Irin Rachel Blackmore als erste Frau überhaupt das Grand National in Aintree, Liverpool, das als das gefährlichste Pferde-Hindernisrennen der Welt gilt.[10]
Herrenreiter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Amateur-Rennreiter wurden Herrenreiter genannt. Ab dem Jahr 1934 wurde der Begriff „Herrenreiter“ im Turniersport durch „Amateur“ ersetzt.[11]
Stalljockey
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Eine besondere Stellung im Rennsport hat der Stalljockey. Einen Stalljockey kann sowohl ein Trainer als auch ein Besitzer verpflichten. Die Stalljockey-Position beinhaltet das Recht, sollte das Pferd des Stalljockeys nicht starten können, auf ein anderes Pferd des Besitzers/Trainers im entsprechenden Rennen zu wechseln.[12] Falls Pferde des Besitzers/Trainers in einem Rennen nicht laufen, darf er auch für andere reiten. Die Rolle des Stalljockeys ist in der Rennordnung mit der Nummer 233 geregelt.[13]
Arbeitsreiter
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Als Arbeitsreiter, englisch Work Rider,[14] werden diejenigen Reiter bezeichnet, die Rennpferde während des täglichen Trainings reiten. Die Arbeitsreiter sind in der Regel Mitarbeiter bzw. Angestellte des jeweiligen Trainers.[15] Ein Arbeitsreite ist somit unter den Anleitung des Trainers verantworlich für das Training, die Ausbildung und die Entwicklung von Rennpferden, um die allgemeine Renntauglichkeit zu erhalten und zu verbessern.[14] Zu den Aufgaben gehört auchg Pferde zu putzen und füttern und eine große Galopprunde auf der Rennbahn mit ihnen zu reiten.[16] Die Berufsbezeichnung Arbeitsreiter ist keine geschütze.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Ausbildung zur Rennreiterin/zum Rennreiter. In: Aus- und Weiterbildung im Galopprennsport. Deutscher Galopp e.V., abgerufen am 26. Oktober 2025.
- ↑ Schweizer Rennreiter-Verband ( vom 3. September 2007 im Internet Archive)
- ↑ Amateurrennreiter
- ↑ Ursula Hermann, Knaurs etymologisches Lexikon, 1982, S. 228
- ↑ Joseph Ritter von Hazzi, Über die Pferderennen…, 1826, S. 16
- ↑ Online Etymology Dictionary, Douglas Harper, 2013, über Jockey
- ↑ Kölner Stadt-Anzeiger vom 15. März 2003, Zwischen Sattel und Waage
- ↑ ProPferd.at - Österreichs unabhängiges Pferde-Portal: Vorurteile unberechtigt: Weibliche Jockeys sind ebenso gut wie männliche. News / Aktuelle News. 1. Februar 2018, abgerufen am 7. Juni 2023.
- ↑ Wantha Lorena Davis's Obituary, Austin American-Statesman
- ↑ Blackmore gewinnt als erste Frau Grand National – DW – 10.04.2021. Abgerufen am 7. Juni 2023.
- ↑ Amateur oder Berufsreiter. Herrenreiter gibt es nicht mehr! In: Hamburgischer Correspondent. 21. Dezember 1933, S. 6, (Digitalisat); Arierparagraph auch im Rennsport. In: Hamburger Tageblatt. 9. Oktober 1933, S. 4, (Digitalisat)
- ↑ Der Stalljockey – Ein Auslaufmodell? galopponline.de
- ↑ Rennordnung vom 1.März 1960, in der Neufassung vom 1.Januar 1991 mit Änderungen bis März 2021 Deutscher Galoppe.V. - Verband für Vollblutzucht und Rennen, bei deutscher-galopp.de
- 1 2 Work Rider careersinracing.com
- ↑ Victoria von Sachsen-Coburg und Gotha: Zur Bewertung der Tiergerechtheit beim Umgang mit Pferden für den Bereich des Galopprennsports, Seite 41, Cuvillier, 2014, ISBN 9783865374059
- ↑ Sie macht Rennpferde zu Siegern: Der Job einer Arbeitsreiterin wdr.de