Der Bayern-Präsident fände ein Gelingen des Retorten-Projekts "gut für den ganzen Fußball". Es gebe einen Knackpunkt.
Leipzig - Nach Meinung von Uli Hoeneß spielen die Fans beim ehrgeizigen Projekt des aufstrebenden Viertligisten RB Leipzig die tragende Rolle.Der Präsident des FC Bayern München ist sich sicher, dass "entscheidend ist, ob es der Investor schafft, neben seinen wirtschaftlichen Interessen den Fans guten Fußball zu bieten". "Der Zuschauer entscheidet letztendlich über Erfolg und Misserfolg", gibt Hoeneß gegenüber der "Sächsischen Zeitung" zu bedenken."... dann können wir einpacken"Der 59-Jährige zieht dabei Parallelen zum eigenen Klub: "Das ist wie beim Basketball-Projekt des FC Bayern: Wenn unsere Mitglieder eines Tages sagen, das interessiert uns nicht mehr, da gehen wir nicht hin, können wir einpacken". Zu den Zielen in Leipzig meint Hoeneß: "Das Modell RB Leipzig kann gutgehen, muss aber nicht. Wenn es funktioniert, ist es gut für den ganzen Fußball, nicht nur für den Osten."Bedauern über Ost-LückeLeipzigs milliardenschwerer Klubchef Dietrich Mateschitz will in der Messestadt mit aller Macht Bundesliga-Fußball etablieren und strebt mit RB Leipzig in die höchste Spielklasse. Zurzeit jedoch muss sich der Red-Bull-Chef noch mit der Regionalliga begnügen.Hoeneß bedauert, dass derzeit kein Verein aus den neuen Bundesländern in der Bundesliga vertreten ist.Zickler-Transfer als Hilfsmaßnahme"Der Fußball ist ein durch und durch professionelles Geschäft, in der DDR war er sehr stark reglementiert", sagt der Weltmeister von 1974.Der FC Bayern habe immer versucht, den Ostklubs zu helfen und Benefizspiele bestritten, oder habe den Dresdener Alexander Zickler "für eine Wahnsinnssumme geholt".Als junger Spieler des FC Bayern stand Hoeneß der DDR skeptisch gegenüber. Das Rätsel DDRAuffällig sei gewesen, dass westeuropäische Mannschaften, egal ob sie aus England, Frankreich oder Italien kamen, in der DDR immer besonders schlecht spielten. "Deshalb gab es da die Vermutung, irgendetwas geht nicht mit rechten Dingen zu", erinnert sich Hoeneß. Die DDR sei ein Land gewesen, dass "wir nur schwer verstanden haben, weil wir nicht wussten, wie es funktioniert". Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite